Die Kirchen der Pfarrei Wartenberg

Erzbistum München-Freising
Patrozinium der Pfarrkirche: Mariä Geburt
Landkreis Erding/Obb.


Kath. Pfarramt
Strogenstraße 17
85456 Wartenberg
Tel: 08762/1231
Fax: 08762/720092
e-Mail: Mariae-Geburt.Wartenberg@erzbistum-muenchen.de
Internet: http://www.MariaeGeburt.de
http://www.erzbistum-muenchen.de/

 

Der Ort

An dem Höhenrücken, der das Erdinger Moos und die Isarebene nach Osten abgrenzt, liegt der Markt Wartenberg. Stattliche Höfe, Geschäfts- und Handwerkerhäuser, drei Kirchen und der Nikolaiberg prägen das Ortsbild. Die Friedhofskirche St. Georg steht in der Ebene, aus der ihr hoher, schlanker Turm wirkungsvoll aufragt; die Pfarrkirche, auf einer ersten niedrigen Geländestufe, beherrscht den Ort. Ihre barocke Turmhaube erscheint als Wahrzeichen des Marktes dem Reisenden, der sich von Erding her nähert. Die Kapelle St. Nikolai auf dem Nikolaiberg bekrönt den Höhenrücken; von hier aus öffnet sich ein umfassender Blick auf die Wälder und Höhen im Osten, auf die Ortschaft Wartenberg und die weite fruchtbare Ebene im Westen. Erst westlich von Freising und Moosburg bilden die Isarhöhen den Horizont. An klaren Tagen kann man von hier aus 76 Kirchtürme überschauen.

Geschichte

Die Lage Wartenbergs zwischen fruchtbarer Ebene und waldiger Höhe im Isarfeld zwischen München und Landshut, in der Nachbarschaft von Erding, Freising und Moosburg prägte die Geschichte und Kunst des Ortes. Die Gegend wurde schon sehr früh dicht besiedelt. Dafür zeugen frühgeschichtliche Funde, eine Römerstraße und die auf die bajuwarische Landnahme zurückführenden Ortsnamen auf -ing. Die kleinen dörflichen Siedlungen, Auerbach, Holzhausen, Pesenlern, sind schon im 9. und 10. Jh. nachweisbar.

Wartenberg ist zusammengewachsen aus den Siedlungen am Fuße des Berges sowie RockIfing und Ratpoting am Flusslauf der Strogen, die dem Höhenrücken entlang der Isar zufließt, und der Burg auf dem Nikolaiberg. Diese "Warte", die dem Ort den Namen gab, ist vielleicht schon in frühgeschichtlicher Zeit entstanden. Große Bedeutung erlangte sie, als der Berg 1116 in den Besitz der Grafen von Wittelsbach kam. Otto V. v. W. baute die Burg zu einer Befestigung aus und wohnte zeitweilig hier. Sein Sohn Otto Vl. wurde 1180 von Kaiser Friedrich 1. Barbarossa mit dem Herzogtum Bayern belehnt. Diese Belehnung war eine Belohnung für seine große Heldentat. (Otto Vl. hat im Jahre 1155 die feindlichen Wegelagerer an der Veroneser Klause überwältigt. Das kaiserliche Heer konnte dann unbehindert aus Italien nach Deutschland zurückkehren.) Von da an regierte das Haus Wittelsbach über 738 Jahre (bis 1918) über Bayern. Wartenberg war zunächst für kurze Zeit zur bayerischen "Landeshauptstadt" aufgerückt. Bald aber verlegte der neue Herzog seinen Hof nach Landshut. Sein Sohn Ludwig der Kelheimer begann dort 1204 mit dem Bau der Burg Trausnitz. Damit verlor die Burg Wartenberg ihre Bedeutung. Sie wurde 1373 abgerissen. Der Berg blieb im Besitz des herzoglichen Hauses, das am Hang ein Jägerhaus errichten ließ (bis 1972 Volksschule). 1737 besuchte z. B. Kurfürst Karl Albrecht (später Kaiser Karl VII.) diesen Jagdgrund. Von seiner Verbundenheit mit dem Ort zeugt der von ihm gestiftete Hochaltar der Pfarrkirche. (Wappen über dem Altarbild.) Von 1606-1736 verlieh der Ort den Kindern und Nachkommen aus der Ehe des Herzogs Ferdinand 1. von Bayern mit der bürgerlichen Maria Pettenbeck als Grafen von Wartenberg seinen Namen. Diese Grafen von Wartenberg spielten besonders im Dreißigjährigen Krieg als Bischöfe und Feldherren eine bedeutende Rolle.

Der Ort im Tal wurde im Mittelalter zum Gewerbe- und Handelszentrum der umliegenden Gegenden. Seit 1329 ist für ihn das Marktrecht verbürgt, seit 1315 ist der Ort als Pfarrei des Bistums Freising nachgewiesen.

1516 wurde die alte Pfarrkirche St. Georg errichtet. Zum Bau der neuen Pfarrkirche Mariae Geburt 1719-24 unter Pfarrer J. C. Hörmann wurde ihr Langhaus, um Bausteine zu gewinnen, abgerissen. Nur Chor und Turm blieben als Friedhofskapelle stehen. Die Ausstattung der neuen Pfarrkirche mit Altären besorgte Pfarrer Dr. Wiestner. 1732 wurde die Brunnenkapelle bei der schon 1373 erwähnten Heilquelle errichtet. Die Quelle fand im 18. Jh. zunächst als Wallfahrt, im 19. Jh. als Heilbad regen Zulauf. Heute steht an ihrer Stelle eine weithin bekannte Klinik.

Der Ort hat heute etwa 4200 Einwohner. Zu Oberbayern gehört das Gebiet erst seit 1837. Die jahrhundertelange enge Verbindung mit Niederbayern-Landshut ist im Ortsbild mit dem großen Marktplatz, den niedrigen, gekalkten Häusern und den Vierkanthöfen noch ablesbar. Auch die Kirchenkunst steht unter niederbayerischem Einfluss.

Künstler

Aus dem Mittelalter ist für die Kirchen der Pfarrei Wartenberg kein Künstler als Persönlichkeit feststellbar. Erst der spätgotische Hochaltar der St. Georgskirche um 1500 ist zwar dem Namen nach unbekannten, aber durch ihr Werk erkennbaren Meistern zuzuschreiben. Die Skulpturen schreibt Gg. Lill (S. 27) dem sog. Meister des Ursulareliefs von Moosburg zu, der dem Landshuter Kunstkreis angehört (vgl. unseren Führer Nr. 1075). Die Malereien sind nach A. Stange (S. 118) Werke eines im Umkreis von Freising tätigen Meisters, der um 1490 zehn Passionstafeln gemalt hat, die sich jetzt in München (Bayer. Staatsgemäldesammlungen) befinden. - Der erste fassbare Baumeister ist Anton Kogler aus Erding. Er baute 1719-24 die Pfarrkirche, gleichzeitig auch die Filialkirche von Auerbach. Die Werkliste A. Koglers, die Josef Blainer in "Landkreis Erding", S. 149, zusammenstellte, umfasst zwischen 1700/1729 15 Kirchenneubauten im Erdinger Gebiet und zahlreiche weitere Turm- und Gewölbebauten. Kogler ist ein konservativer Baumeister, seine Kirchen sind alle tonnenüberwölbte Saalräume mit Pilastergliederung und eingezogenem Chor, im altbayerischen Bautyp des 17. Jh. errichtet. Der Nachfolger A. Koglers als Erdinger Baumeister war Johann Baptist Lethner der den Turm der Pfarrkirche 1763 vollendete und 1753 die Filialkirche von Hinterholzhausen erbaute. Die Namen der Kistler und Bildhauer der Altäre sind nicht überliefert. In Frage kommen lokale Meister des Gebietes aus Erding, Freising oder Landshut: also etwa J. M. Eckert aus Erding als Kistler und Anton Mallet aus Freising oder J. M. Hierndle (aus der Landshuter Bildhauerfamilie seit 1734 in Erding) als Bildhauer. Die Gewölbemalereien von 1895/96 führten C. Lessig und A. Ranzinger aus München aus, auch der Kreuzweg stammt von diesen beiden Kunstmalern.

 

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